Die Anfahrt zur Unterkunft endete bei den Ersten am Zufahrtstor (elektrisch betrieben), welches wir uns mit dem THW-Ausbildungszentrum Hoya teilen. Schnell wurde dann aber klar, dass die Zufahrt über das Nebentor (mechanisch) erfolgen muss, für welches wir durch das Ausbildungszentrum auch mit Schlüsseln ausgestattet wurden.
Es war offensichtlich ein ungünstiger Abend hinsichtlich der Verfügbarkeit und Einsatzkräften, und der Ortsbeauftragte, die Zugführerin des Technisches Zuges sowie der Gruppenführer der Fachgruppe Führungsunterstützung (alle drei an der Ausarbeitung der Übung beteiligt) standen auch nicht zur Verfügung. Führungskräfte des Fachzuges Führung und Kommunikation übernahm daher die Einrichtung und den Betrieb des Leitungs- und Koordinierungsstabes und sortierten die anwesenden Kräfte neu und teilten für diesen Abend teils auch Ersatz für abwesende Führungskräfte ein. Die übliche Chaosphase zum Beginn eines jeden Einsatzes konnte so relativ kurz gehalten werden.
Im ersten Schritt wurden Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der eigenen Einsatzbereitschaft eingeleitet. Die Netzersatzanlage wurde für die Stromeinspeisung in die Unterkunft in Stellung gebracht und soweit alles vorbereitet. Eine für die Einspeisung notwendige Elektrofachkraft hatten wir an dem Abend nicht zur Verfügung. Hilfe kam aber vom Ortsverband Verden: deren Gruppenführer der Fachgruppe Elektroversorgung wurde nach entsprechender Anforderung über die THW-Regionalstelle alarmiert und übernahm die notwendigen Tätigkeiten, so dass die eigene Stromversorgung zeitnah in Betrieb genommen werden konnte. Darüber hinaus wurde die Trinkwasserversorgung mittels Kanistern sichergestellt. Auch die Verpflegung der eigenen Kräfte wurde vorbereitet. Vorplanungen hinsichtlich der möglichen Unterbringung von Kräften in der Unterkunft wurden zu einem späteren Zeitpunkt angestellt.
Die Planungen der internen Arbeitsgruppe hierzu haben sich als praktikabel erwiesen, können aber noch etwas verfeinert werden. Dann traf eine erste Übungseinlage ein: es sollte eine Erkundung eines Feuerwehrgerätehauses zur Einrichtung und Betrieb eines „Leuchtturmes“ für die Bevölkerung durchgeführt werden. Zwei Kräfte der Bergungsgruppe übernahmen diese Aufgaben und lieferten später ein gut durchdachtes Konzept sowie eine entsprechende Ausstattungsplanung hierfür bei der Übungsleitung ab.
Eine weitere Übungseinlage betraf die Einrichtung einer drahtgebundenen Fernmeldeverbindung zwischen Rathaus sowie THW, Polizei und Feuerwehr in Hoya. Hierfür wurde geplant, digitale Feldfernsprecher einzusetzen. Die Bauausführung wurde dann aber aus Zeitgründen auf das Gelände des THW-Ausbildungszentrums beschränkt. Hier erwies es sich als Vorteil, dass Kräfte des Technischen Zuges auch immer wieder Ausbildung beim Fachzug Führung und Kommunikation mitmachen, so dass ein gemischter Bautrupp die Aufgabe schnell und fachkundig durchführen konnte.
Gegen 23.30 Uhr wurde die Übung beendet und gemeinsam ausgewertet. Insgesamt sind die Vorbereitungen des Ortsverbandes auf einen großflächigen und langdauernden Stromausfall schon sehr gut, so dass die eigene Einsatzbereitschaft sichergestellt ist. Darüber hinaus haben alle Einsatzkräfte bewiesen, eigene Bedürfnisse in einer solchen Lage hinten an stellen zu können. Sie warteten in Ruhe ab, bis sich die Führungskräfte sortiert hatten und erste Befehle ausgegeben wurden. Auch die interne Kommunikation funktionierte gut, stütze sich allerdings auf einen internetbasierten Messengerdienst des THW ab, welcher in einer solchen Lage wahrscheinlich nicht verfügbar sein wird. Dann müssen weitergehende Anstrengungen zur Information aller Kräfte unternommen werden.
Die Übungsbeobachter der THW-Regionalstelle machten deutlich, wie wichtig und gut eine solche Übung ist, um sich auf eine solche Einsatzlage bestmöglich vorzubereiten. Gerade in der Woche zuvor hat ein Stromausfall rund um Hoya deutlich gemacht, wie hoch die Eintrittswahrscheinlichkeit eines solches Falles heute ist. Und die Bevölkerung verlässt sich darauf, dass wir dann auch helfen können. Aber eine eigene Vorsorge sollten alle Bürgerinnen und Bürger angehen, denn wir Einsatzkräfte können uns dann auch nur auf die absoluten Notfälle konzentrieren.
Vielen Dank an unsere eigenen Kräfte für Vorbereitung und Durchführung dieser Übung sowie an den Ortsbrandmeister Hoyerhagen, der als Darsteller an der Übungseinlage “Leuchtturm” mitgewirkt hat.